Zunächst jedoch zum Weg nach Las Vegas. Da unser Navi bekanntermaßen nicht mehr einsatzbereit ist, haben wir eine schöne Route auf einer guten, alten Karte ausgewählt ohne vorher ins Internet zu schauen. Darunter war eine Straße durchs Gebirge, die sich nicht richtig in Google Maps integrieren lässt (deswegen dieses Mal keine Karte). Jedoch stellte sich der Zubringer zur Interstate als Straße durchs Gebirge (Screnic Byway, also eher eine Aussichtsstraße) heraus. Zu allem Überfluss war das letzte Drittel der Straße auch noch gesperrt, weswegen wir letztendlich auf einen Nebenweg des Nebenwegs ausweichen mussten - und dadurch mitten im Skigebiet Brian Head auf 3200 m Höhe landeten.
| Ups, wo kommt denn das Skigebiet plötzlich her? oO |
Nach schier endloser Fahrt (5-6 Stunden) durch Gebirge und Wüste war Las Vegas endlich doch erreicht. Auch das Hotel konnten wir zügig finden, dann wurde es allerdings turbulent. Das Golden Nugget ist ein Casinohotel in Downtown, also NICHT am berühmten Strip mit den moderneren Hotels. Dennoch war es für uns ein Kulturschock - wir waren ja vorher nur auf dem Land in einfachen Motels unterwegs. Sofort kam Servicepersonal angestürmt, das uns unser Auto und unser Gepäck wegnehmen wollte. Ein Kerl vom Valet Parking (Auto abstellen, ein Fahrer parkt es irgendwo und man kann es später abholen) wollte das Auto und zeitgleich ist das immense Gepäck ausgeladen worden. Ein Wunder, dass dabei nichts verloren ging. Anschließend ging es mit lediglich 2 Zetteln, mit denen wir (hoffentlich) wieder an Auto und Gepäck kommen sollten, ins Hotel. Einchecken war ganz normal, uns wurde eine Karte der Umgebung ausgehändigt... die sich bei näherem Hinsehen jedoch als Karte allein des Hotels herausstellte! Wahnsinn wie groß das war. Wir konnten nicht ahnen, dass unser Hotel vergleichsweise klein ist zu den Hotels am Strip (18 der 20 größten Hotels der Welt sind in Vegas!).
| Ein riesiges Becken mit Haien zentral im Hotel. Es gibt sogar eine Wasserrutsche, deren Röhre durch das Haibecken führt. |
| Größtes Goldnugget der Welt: 300 kg, Wert ca. 1,2 Mio Euro |
| Ein Goldautomat! |
| Natürlich gabs auch einarmige Banditen und sonstiges Glücksspiel. :)) |
| Sogar der blaue Himmel sah verflucht echt aus. Nur der Gestank des Wassers fehlte (zum Glück...) :D |
Er: Unter welchem Namen seid ihr auf der Gästeliste?
Wir: Ähm...wir sind nicht auf der Gästeliste.
Er: Nennt mir doch einen Namen, ich schau mal nach.
Wir haben irgendeinen Namen probiert, hat natürlich nicht geklappt.
Er: Kennt ihr denn irgendjemanden der dort ist?
Wir: Nein, leider nicht.
Er: Mmh...seid ihr denn Hotelgäste?
Wir: Nö.
Er: Habt ihr Badeshorts an?
Wir: Ja, haben wir.
Er: Ok, dann will ich mal nicht so sein. Ihr könnt rein.
Es hört sich jetzt vielleicht nicht so lustig an, aber das war es. Wir erfüllten quasi keine Voraussetzung...aaaaber wir hatten Badeshorts, also los!
Der Club war wirklich cool, jedoch eher für Leute mit erheblich dickerem Portemonee als unserem. Cocktails für 14 Dollar waren okay, aber was sonst noch auf der Karte stand war umwerfend. Sitzecke für 5-10 Leute kostet ab 500 Dollar pro Tag, eine Flasche Vodka mit Mixgetränken (Einkaufswert vllt 15 Dollar) ab 400 Dollar. Richtig los gings aber erst mit Champagner und solchen Scherzen. Einfache kleine Flaschen für 800 Dollar, etwas größere für 5000 Dollar. Den Vogel abgeschossen haben zwei Flaschen, 20 bzw. 30 l fassend, für 150000 bzw. 250000 Dollar! Auf Nachfrage erfuhren wir, dass das kein Irrtum oder Scherz war... man kann dort tatsächlich Champagerflaschen im Wert von Häusern kaufen.
Dazu kann man sich denken was man will. Wir fanden es wirklich sehr dekadent, aber von der abgehobenen Preisliste mal abgesehen war es ne coole Party. Dort fließt also das Geld der reichen Amerikaner (über den Umweg ihrer Kinder) hin.
| In der Gesellschaft lässt es sich aushalten |
| Die berüchtigte Preisliste |
| Das waren unser DJane's |
Fazit: Wer auf Entertainment, Partys, gigantische Übertreibung inkl. aller denkbare Extravaganz, Glücksspiel oder Stripshows steht, der kann es wochenlang problemlos in Las Vegas aushalten. Alle anderen haben vermutlich nach 1-2 Tagen genug davon. Für uns gesprochen kann ich sagen, dass wir gerne noch ein paar weitere Tage dort verbracht hätten. Es war eine willkommene Abwechslung nach all der wunderschönen Natur, die wir vorher gesehen haben und hat uns interessante Eindrücke über die "Sin City" Las Vegas gebracht.. Speziell der EDC (Electric Daisy Carneval), das größte electronic music festival der USA mit 330000 Besuchern, wäre sicher eine weitere unvergessliche Erinnerung gewesen.
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